Sternenkinder bekommen einen eigenen Namen

Sternenkinder bekommen einen eigenen Namen
31.01.2013

Der gestern vom Deutschen Bundestag beschlossene Gesetzentwurf zur Änderung des Personenstandsrechts ist für eine kleine Gruppe von Eltern ganz besonders wichtig: nämlich für jene, deren Kinder mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm tot zur Welt kommen.


Diese sogenannten Sternenkinder waren bislang grundsätzlich von der standesamtlichen Beurkundung ausgeschlossen. Mit der nunmehr vom Bundestag beschlossenen Regelung wird es – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates – für Eltern möglich sein, die Geburt ihres Kindes dauerhaft zu dokumentieren. „Der Gesetzentwurf ermöglicht es aber nicht nur, die Kinder beim Standesamt zu registrieren; viel wichtiger ist für die betroffenen Eltern, daß sie ihrem Kind offiziell einen Namen geben und ihr Kind anschließend auch richtig bestatten können“, so die CDU-Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött. Die Neuregelung ist für viele betroffene Paare von hoher emotionaler Bedeutung. Mütter und Väter, die ihr ungeborenes Kind verlieren, brauchen einen Raum für ihre Trauer und ihren Schmerz, und sie wollen als Familien wahrgenommen werden. „Die neue Regelung mag zwar den Schmerz nicht lindern, den der Verlust eines Kindes bedeutet, aber sie ermöglicht wenigstens einen würdigen Abschied“, so Dött. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß die Regelung rückwirkend gilt, damit auch die Eltern, die bereits einen solchen Schicksalsschlag erleben mußten, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen können.