Marie-Luise Dött

Mitglied des Deutschen Bundestages
Umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Foto Marie-Luise Dött MdB

Oberhausen

Hier finden Sie eine kurze Vorstellung der Stadt Oberhausen sowie einen kurzen Überblick über die Geschichte der Stadt Oberhausen.

Oberhausen. Der Film

Geschichte der Stadt Oberhausen

Obwohl die Landgemeinde Oberhausen erst 1862 gegründet wurde und die Stadtrechte ihr erst 1874 verliehen wurde, lassen sich ihre Wurzeln doch weit in die Geschichte zurückverfolgen. So wird 1188 das Kastell Holten erstmals erwähnt. Die Grafen von der Mark waren im Grenzstreit um den Ort Holten Sieger geblieben und stationierten dort Grenzwachen. So hat die heutige Nutzung als Versammlungs- und Übungsstätte der Schützengilde jahrhundertealte Tradition. Das erhaltene Kastell Holten ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Ostflügel der vermutlich im 16. Jahrhundert erneuerten Hauptburg. In der für das Mittelalter typischen Form entwickelte sich im Schutze des Kastells eine Wohnsiedlung, die damalige Stadt Holten.

Zumindest bis zum Jahre 1600 läßt sich auch die Burg Vondern zurückverfolgen. So entstanden das Torgebäude und die südliche Wehrmauer spätestens im 16. Jahrhundert und zeigen mit den starken Mauern und Schießscharten sowohl den wehrhaften Zweck, wie auch spätgotische Zierformen in Gesimsen, Fenstern und Gewölben. Das Haupthaus wurde zur Zeit des Barock im späten 17. Jahrhundert gebaut. Dabei wurde eine ältere Fassade als jetzige Rückwand benutzt. Der heutige "Wassergraben" ist nur ein Rest der ursprünglichen Gräfte, deren Wasser infolge von Bergsenkungen immer wieder versickerte. Nachdem die Burg Vondern schon fast zur Ruine verfallen war, wurden die historischen Teile der Burg mit Hilfe von Bund, Land, Stadt und einem Förderkreis 1995 wieder gesichert.

Bereits im 18. Jahrhundert setzte sich im Raum Oberhausen die Industrialisierung auf der Grundlage der reichen Kohlenschätze und Raseneisenerze der Lipperheide durch. So wurde 1758 die St. Antony-Hütte in Betrieb genommen. Genauer gesagt war es der 18. Oktober als ein neun Meter hoher Hochofen am Elpenbach in Osterfeld angeblasen wurde und in einer sechswöchigen Produktionsphase die ersten seriengefertigten, auf Sandformen gegossenen Platten und Ambosse, Töpfe und Gitter die St. Antony-Hütte verließen. Die erste erzverarbeitende Produktionsstätte in dieser Region hatte ihre Arbeit aufgenommen. Hierin gründet sich der Ruf Oberhausens als "Wiege der Ruhrindustrie". 1782 folgte der St. Antony-Hütte die Eisenhütte Gute Hoffnung in Sterkrade und 1791 die Gründung der Eisenhütte Neu-Essen. Diese drei Hütten blieben aber nicht lange selbständig. Schon im Jahre 1808 wurden sie zur Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen zusammengefaßt.

Parallel kam es 1808 zum Neubau des Schlosses Oberhausen. So beauftragte Graf Maximilian Friedrich von Westerholt- Gysenberg damit den Baumeister August Reinking. Dieser Neubau des Schlosses zeichnete sich durch eine klassizistische Backsteinfassade mit Mittelrisalit und Seitenflügeln aus. Die Anfänge des Schlosses gehen allerdings auf den Rittersitz Overhus zurück, der vermutlich im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert entstand. Der Rittersitz Overhus war eine typische Wasserburg und war von zwei aus der Emscher gespeisten Gräben umgeben. Sie lag etwa 200 m emscheraufwärts vom jetzigen Schloß Oberhausen. Die Gebäudeverhältnisse in der Umgebung der damaligen Burg Overhus geben Anhaltspunkte für den Zweck der Anlage. So war hier seit alten Zeiten ein wichtiger Emscherübergang und diesen galt es zu schützen.

Das heutige Schloß Oberhausen wurde nach Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg 1958 wieder originalgetreu nach den Plänen von A. Reinking mit zwei Seitenflügeln aufgebaut.

Nach dem Schloß Oberhausen benannte auch die Cöln-Mindener Eisenbahn den neu eröffneten Bahnhof Oberhausen 1846. Es lagen zwar keine größeren Ortschaften in der Nähe aber verschiedene Eisenhüttenwerke, Zinkhütten und chemische Fabriken, die auf den Eisenbahnverkehr angewiesen waren. Der erste Zug fuhr schließlich am 15. Mai 1847 in den Bahnhof Oberhausen ein.

Im Jahre 1874 wurde die Gemeinde Oberhausen dann zur Stadt erhoben und hatte zu diesem Zeitpunkt 18.000 Einwohner. 1929 kam es zu einer kommunalen Neugliederung bei der, aufgrund der immer engeren wirtschaftlichen Verflechtung der drei Kommunen Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade, diese zur Stadt Oberhausen zusammengeschlossen wurden.

Nachdem Oberhausen im Zweiten Weltkrieg stark getroffen worden war - so blieben etwa nur sieben Prozent der 53.209 Wohnungen unbeschädigt - galt es erst einmal den Wiederaufbau zu organisieren. Schon 1949 wurde das erste Theater im Revier nach dem Krieg in Oberhausen eingeweiht, das heute für seine modernen Inszenierungen deutschlandweit bekannt ist. Des Weiteren wurde 1962 die Luise-Albertz-Halle eingeweiht, die sich nach aufwendiger Modernisierung im Oktober 2000 als multifunktionales Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausens präsentiert.

So haben sich seit dem Niedergang von Kohle und Stahl seit Ende der sechziger Jahre zukunftsträchtige Betriebe des Anlagen- und Maschinenbaus, der chemischen Industrie und der Elektrotechnik angesiedelt. Auch Film- und Fernsehtechnologie sowie Umwelttechnik (Technologiezentrum für Umweltschutz) sind in Oberhausen inzwischen beheimatet. Als Ausdruck des rasanten Strukturwandels der Region entstand Mitte der 1990er Jahre auf einer ehemaligen Industriebrache das größte Einkaufszentrum Europas, das CentrO, mit angrenzendem Freizeit- und Erlebnispark, Gastronomiemeile, multifunktionaler Veranstaltungshalle und Musical-Theater. Auf dem Gebiet der Kunst und Kultur ist Oberhausen auch durch die Internationalen Kurzfilmtage, eines der bedeutendsten Filmfestspiele der Bundesrepublik, bekannt. Außerdem befinden sich zahlreiche Museen und Ausstellungsorte so zum Beispiel Gasometer, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen und das Rheinisches Industriemuseum in Oberhausen. Oberhausen bietet darüber hinaus 1.400 ha Grünflächen als Naherholungsgebiete für seine Einwohner wie auch Besucher an.


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